27 Jun
Um einen gewissen Grad der Stärke und Geschlossenheit nach Außen hin zu demonstrieren, bezeichnen sich viele Schwule und Lesben als Bestandteil einer “homosexuellen Community” oder reden gern von einer “schwulen bzw. lesbischen Subkultur”. Noch immer sind diese Bezeichnungen jedoch Euphemismen, die darüber hinwegtäuschen, dass sie bloße Verteidigungsmetonymien gegen eine feindliche Umwelt darstellen. Begriffliche Trutzburgen schützen jedoch nicht gegen physische Gewalt. Jeder vierte Schwule war wegen seiner sexuellen Präferenz bereits gewalttätigen Angriffen ausgesetzt.
Obwohl die gesellschaftliche Toleranz gegenüber uns Schwulen in den letzten Jahrzehnten viel größer geworden ist, sind wir noch immer zahlreichen Anfeindungen ausgesetzt. Es sind stets vereinzelte Pressure Groups, die ihrer homophoben Einstellung mit Gewalt Ausdruck verleihen. Die Tatsache, dass die muslimischen Fundamentalisten oder Skinheads, die einen zusammengeschlagen haben, selbst nur eine gesellschaftliche Minderheit darstellen, bringt dem geschädigten Homosexuellen nichts. Er bedarf des gesellschaftlichen Schutzes. Die Gesellschaft muss, wenn sie Homosexuelle toleriert, diese zugleich auch schützen. Achtzig Prozent der Lesben und Schwulen berichten noch immer von Mobbing, Diskriminierungen und Karrierehemmnissen aufgrund ihrer Homosexualität. Und ob man es glaubt oder nicht: Ein Fünftel der Bundesbürger vertraten noch 1990 die Auffassung, alle Homosexuellen müssten kastriert werden.
Das Internet ist hier weiter als die Realität. Im virtuellen Schutzraum können Schwule und Lesben ohne Weiteres auf Partnersuche gehen und sich über Sorgen und Probleme austauschen. Die meisten seriösen Kontaktbörsen im Netz nehmen inzwischen auch Homosexuelle als Mitglieder auf, obwohl sie eigentlich auf heterosexuelle Singles ausgerichtet sind. Über 2.500 deutschsprachige Partnerbörsen, Dating-Agenturen und Flirtseiten findet man im Netz, dazu kommen unzählige Gay-Seiten, die jedoch meist nur auf Sexualkontakte spezialisiert sind. Einen ersten Überblick bietet zunächst das TÜV-Zertifikat für Sicherheit und Qualität im Internet. Von Seiten, die nicht mit diesem Prüfsiegel ausgezeichnet ist, sollte man tunlichst die Finger lassen. Darüber hinaus sollte man sich auf unabhängigen Partnerbörsen-Vergleichsseiten einen Überblick verschaffen. Man kann hier einen sehr guten Überblick über Preise und Qualität von Online-Partnervermittlungen gewinnen, um die zahllosen dubiosen Angebote von vornherein auszuschließen.
Lars
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