Egal ob E-Plus, T-Mobile oder Vodafone: Alle Großen der Mobilfunkbranche haben ein gemeinsames Problem: Der Markt ist relativ gesättigt, und es fällt schwer, neue Kunden zu gewinnen. Die bewährten Käuferschichten sind gut mit Handys ausgestattet und wechseln maximal noch dann und wann den Tarif, zum Beispiel hin zu Handy Flatrates.

Für das Wachstum des eigenen Unternehmens ist es aber wichtig, stets neue Kunden zu gewinnen. Dabei gestaltet es sich zudem schwierig, Kunden von Mitbewerbern an das eigene Unternehmen zu binden. Um die konzerneigenen Gewinnvorstellungen und Ziele war und ist es daher notwendig, neue Vertriebswege zu erschließen.

So entstanden neue Konzerntöchter und unternehmenseigene Sparten, die sich auf das Wesentliche reduzieren: Keine eigenen Shops und Beratungsstellen in den Einkaufspassagen unserer Städte, wenig Werbung in TV und Radio, stattdessen volle Kraft voraus im Internet und bei Partnerschaften mit branchenfremden Unternehmen wie zum Beispiel Tchibo.

Durch diese ganz bewusste Reduzierung erschließen sich für die Unternehmen neue Möglichkeiten in der Preisgestaltung: Die Angebote von blau.de, Simyo oder Congstar liegen meist deutlich unter den Tarifen der großen Anbieter und „Mütter“ dieser Unternehmen.

Die großen Erwartungen der Konzernspitzen könnten hier aber auch schnell zum Bumerang werden, nämlich dann, wenn Kunden von der Konzernmutter zum konzerneigenen Billiganbieter wechseln, was zwar nicht gern gesehen ist, sich aber grundsätzlich nicht verhindern lässt.

Sollte sich ein solches Kundenverhalten signifikant einstellen, könnten die Konzernoberen in Erklärungsnotstand kommen. Bisher wird meist versucht, die Wichtigkeit dieser Frage herunter zu spielen, dies könnte sich aber schnell ändern und die aufgelegten Billigprogramme könnten in diesem Fall auch schnell wieder vom Markt verschwinden. Verbraucher sollten sich dieses Umstandes bewusst sein, wenn sie einen Vertrag mit einem Billiganbieter abschließen.

Dennoch sollten Sie bei der Entscheidung für oder gegen einen neuen Mobilfunkanbieter die neuen Anbieter im Auge behalten – wenn Sie die oben genannten Punkte beachten, können Sie durchaus das ein oder andere Schnäppchen erzielen.

Alexander