13 Jun
Posted by: avataro in: Gesundheit
Mithilfe der Hyperthermie werden die von Krebs befallenen Regionen für 30 bis 60 Minuten oder sogar länger gezielt auf Temperaturen zwischen 40°C und 44°C erwärmt. Dieses Vorgehen erhöht die Erfolgsrate der gängigen Behandlungsverfahren wie Chemo- und Radiotherapie zum Teil um ein Vielfaches. Auch wird ein Teil des Tumorgewebes allein durch die Erwärmung abgetötet, da es instabiler und damit anfälliger als gesundes Körpergewebe ist.
Es gibt vielfältige Bemühungen, neue Behandlungsmethoden zu finden, die möglichst ausschließlich den Tumor und nicht den restlichen Organismus angreifen und dabei geringe Nebenwirkungen haben. Mit der Hyperthermie existiert bereits eine solche Behandlungsmethode, die aber erstaunlicherweise recht geringe Aufmerksamkeit erfährt. Heutzutage sind noch 90 % aller Krebsheilungen auf lokale Behandlungen wie chirurgische Eingriffe, Strahlentherapie oder eine Kombination aus bei-dem zurückzuführen. Momentan wird eine neue Klasse Medikamente erforscht, die aus Sicht mancher Experten in 15 Jahren andere Behandlungsmethoden für die meisten Krebsarten ersetzen könnten, allerdings mit bisher nicht wirklich ermutigenden Ergebnissen. Die Hyperthermie wird bis dahin schon viele Menschenleben gerettet haben.
Hyperthermie ist eine Behandlungsform, die das Leben vieler Krebspatienten sofort verlängern oder verbessern kann. Angesichts dessen ist es erstaunlich und enttäuschend, dass nur wenige Kliniken diese Methode auch tatsächlich nutzen. Der Nutzen der Hyperthermie sollte in medizinischen Fachkreisen und der allgemeinen Öffentlichkeit aggressiver beworben werden. Schließlich könnte das Wissen über Vorteile der Hyperthermie die momentane Apathie unter Medizinern in Motivation umschwenken lassen.
Im Gegensatz zu Pharmakonzernen sind die Gerätehersteller im Bereich der Hyperthermie meist kleinere Unternehmen, die nicht annähernd über vergleichbare finanzielle Ressourcen verfügen, um Werbung zu machen oder klinische Studien mit Geldmitteln zu unterstützen. Dieser Mangel wiederum hält viele Krebszentren davon ab, in die Geräte zu investieren, weil ihnen die Ergebnisse zu unsicher erscheinen.
Behandlung mit Hyperthermie
Allgemein ist der Einsatz von Hyperthermie bei großen, fortgeschrittenen Tumoren sinnvoll, die weder mit Operationen noch mit alleiniger Strahlen- oder Chemotherapie ausreichend gut behandelbar sind. Besonders lokale Rezidive (erneut nachwachsende Tumore) fallen in diese Kategorie. Bei der Behandlung von Brustkrebs sowie bei Tumoren im Bereich des Beckens, z.B. Blasen- oder Gebärmutterhalskrebs, hat sich die Methode ebenso bewährt wie z.B. bei Lymphknoten von Halstumoren sowie Speiseröhren- oder Hautkrebs. Es gilt, dass die Hyperthermie erst eingesetzt wird, wenn sich die anderen, konventionellen Therapieverfahren als unzureichend erwiesen haben. Umgekehrt wird die Hyperthermie in der Regel nicht eingesetzt, wenn es ein Standard-Therapieverfahren für die vorliegende Tumorerkrankung gibt, die gute Ergebnisse aufweist.
Im Einzelfall muss der Behandlungsmodus aber in einer onkologischen Fachabteilung bzw. an einem onkologischen Zentrum ausgewählt werden.
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