Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, warum Kaffe in einem Café eigentlich so teuer ist? Mal ganz im Ernst: Wenn Sie sich im Supermarkt für fünf Euro ein Paket Kaffee kaufen, wie viele Kannen – und letzten Endes: wie viele Tassen – können Sie damit aufbrühen? Vermutlich haben Sie sie nie gezählt, aber es sind ganz sicher mehr als zehn Tassen. Viel mehr. Warum also müssen Sie in einem Café für eine Tasse deutlich mehr als einen Euro bezahlen? Ist denn der Kaffee für die Gastronomie ein anderer als der, den Sie im Supermarkt bekommen? Nun, in manchen Fällen vielleicht schon – vielleicht bezieht ein bestimmtes Café sein Kaffeepulver aus irgendeinem Online-Shop, der nur die besten Kaffeesorten aus aller Welt anbietet. Da können Sie aber in der Regel auch als Privatperson bestellen, und es ist sicher manchmal ein lohnendes Erlebnis. In den meisten Fällen aber werden die Betreiber des Cafés, ebenso wie Sie für ihren Alltagsgebrauch, nicht einen besonders exklusiven Kaffee einkaufen – und falls doch, werden sie den auch noch einmal deutlich teurer verkaufen als den sowieso schon nicht ganz billigen, „normalen“ Kaffee. Ist es also vielleicht das Wasser? Sicher nicht. Zum Glück ist Wasser ja in Deutschland überall zu einem Spottpreis verfügbar, anders als in vielen der Länder, in denen arme Arbeiter auf den Plantagen für lächerlich – oder besser traurig – niedrige Löhne den Kaffee anbauen. Und genau damit nähern wir uns natürlich dem wahren Grund für die hohen Preise in der Gastronomie, übrigens nicht nur beim Kaffee. Während das Wasser bei uns billig ist, sind es die Arbeitskräfte ganz und gar nicht. Und das ist im Grunde auch gut so – sonst wären Sie vermutlich selbst eine schlecht bezahlte Kraft. Das bedeutet aber, dass der Kellner, der Ihnen den Kaffee an den Tisch bringt (oder auch nur die Bedienung, die ihn Ihnen über den Tresen reicht) vergleichsweise viel Geld verdient. Und das müssen Sie mit dem Kaffee natürlich mitbezahlen – ebenso wie die Miete für das Café und andere Nebenkosten. Das sind die Schattenseiten der an sich doch erfreulichen Tatsache, dass wir eine so wohlhabende Gesellschaft sind. Denken Sie daran, wenn Sie sich das nächste Mal über den Preis für ein Kännchen Kaffe ärgern!
Andreas
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